Wichtigste Werkes

Bereits während seines Architekturstudiums begann Antoni Gaudí als Zeichner für seine Dozenten zu arbeiten. Seine damalige studentische Mitarbeit erstreckte sich über Dutzende Projekte. Seine berufliche Laufbahn begann mit der Einführung des elektrischen Stroms in Barcelona (das erste Großkraftwerk stammt aus 1883), wobei sich der Architekt von Anfang an einen Namen als Designer für öffentliche und private Beleuchtung machte. Aus seiner Feder stammt die Beleuchtung verschiedener öffentlicher Plätze in Barcelona: zwei Beispiele seines Schaffens sind die Laternen am Pla de Palau und an der Plaza Real (1879). In dieser ersten Schaffensphase etablierte sich Gaudí als volksnaher Architekt und Dekorateur. Zu seinen zahlreichen Projekten zählen verschiedene Arbeiten für Arbeitergenossenschaften, Kinosäle, Bars und Restaurants sowie die Gestaltung von Möbelstücken, Lampen und Schaufenstern.

Das erste Großprojekt Gaudís war die Casa Vicens (1883‒1888), mit unverkennbaren Einflüssen der orientalischen Architektur, die als große Leidenschaft des Architekten galt, zu einer Zeit als die arabischen Salons in der Stadt wie Pilze aus dem Boden schossen. Mit diesem Stil legte Gaudí endgültig den Einfluss seiner Lehrmeister ab, die hauptsächlich dem Historismus und der Romantik verschrieben waren.

Das Schlüsseljahr 1883

Ausgerechnet einer seiner Dozenten, Joan Martorell, stellte Gaudí im Jahr 1883 Eusebi Güell vor, ein herausragender Vertreter der katalanischen Bourgeoisie, der mit der Zeit zu seinem wichtigsten Mäzen wurde. Dank Eusebi widmete er sich Werken, die als Fortführung seiner orientalistischen Schaffensphase dienten, darunter El Capricho (1883‒1885), und direkt in dessen Auftrag schuf er einige seiner herausragendsten Werke wie die Finca Güell und den Palau Güell (1883‒1890) sowie in späterer Phase den Park Güell und die Krypta in der Colònia Güell (1900‒1914).

Der Zufall wollte es, dass Joan Martorell Gaudí am selben Tag des erstmaligen Zusammentreffens mit Eusebi die Weiterführung der Arbeiten an der Sagrada Familia anbot, ein Projekt, dessen Federführung bis dato Francisco del Villar, einer seiner Dozenten, inne hatte. Jener Tag war zweifellos ein wegweisender Tag im Leben Antoni Gaudís.

Palau Güell

Palau Güell

Die Hochblüte des Künstlers

Der überaus produktive berufliche Werdegang Gaudís nahm somit seinen Lauf, wobei er hauptsächlich für die katalanische Bourgeoisie tätig war, die, nachdem Spanien im Jahr 1898 Kuba verloren hatte, mit großem Reichtum von der Karibikinsel zurückgekehrt war. So kam es, dass zur damaligen Zeit eine wohlhabende Bourgeoisie-Generation mit Drang nach Statusdemonstration auf eine der ersten Architektengenerationen in der Stadt traf, woraus der katalanische Jugendstil entsprang, der unter anderem vom Katholizismus und der Natur inspiriert war. Dieser ersten Schaffensphase entstammt zudem die barocke Casa Calvet (1898‒1900), die als konservativstes Werk Gaudís gilt.

Danach folgte die Casa Batlló (1904‒1906), das einzige zu 100 % im Jugendstil gehaltene Werk Gaudís sowie gleichzeitig eines der herausragendsten Exemplare dieser Stilrichtung auf dem gesamten Globus. Dieses vom Mittelmeer inspirierte Werk entstammt der Hochblüte des Künstlers und zeugt von unbegrenzter kreativer Freiheit. In diesem Fall übernahm Gaudí die Komplettrenovierung des Gebäudes, die kurioserweise auch von einem seiner ehemaligen Dozenten, Emilio Sala, geplant worden war. Jene Epoche seiner künstlerischen Laufbahn fand in der Casa Milà (1906‒1912) seinen Abschluss, die eher als modernes als modernistisches Gebäude konzipiert war und anhand welcher Gaudí einen Schlussstrich unter eine seiner Schaffensphasen zog und seine Zusammenarbeit mit der Bourgeoisie im Sog der Debatten, die das Werk nach sich zog, beendete.

Casa Batlló

Späte Schaffensphase

Von 1912 bis zu seinem Tod im Jahr 1926 gab Gaudí alle anderen Beschäftigungen ab und widmete sich nunmehr ausschließlich einer exklusiven Tätigkeit: der Weiterführung der Bauarbeiten an der Sagrada Familia, an welcher er seit bereits 30 Jahren arbeitete. Innerhalb der Kirche in einem der ärmsten Viertel Barcelonas richtete er sich in seinem Architekturstudio ein und führte ein asketisches Leben, das nur noch seiner Arbeit gewidmet war. Auf diese Weise avancierte der streng gläubige Katholik Gaudí, der in seinen Anfängen als volksnaher Architekt tätig war und seine Hochblüte in den Dienst der Bourgeoisie stellte, zu einem, wie manche es nennen, „Architekten Gottes“.

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